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Hoi Cyrill

É das ist eine gute Gelegenheit, dir zu danken für dein Engagement gegen die Angriffe der Krankenkasse. Ich gehöre auch zu denen, die im Anschluss an einen Drohbrief Besuch von den Herren Kassenfunktionären in der Praxis erhielt. Das Gespräch kam einer Inquisition gleich. Zuerst wusste ich nicht, dass dieses Vorgehen System hat und viele andere gleich betroffen sind. Deine diversen Artikel und deine Website wirkten dann aufklärend und subjektiv entlastend. Ich hoffe, für dich nimmt das ganze Übel noch eine gute Wende. É

Helen

 

Lieber Cyrill
... Es sollte doch möglich sein, z.B. Patientenschutzorganisationen dazu zu bringen in der oeffentlichkeit das Vorgehen der santésuisse im Hinblick auf ihre Auswirkungen für die Patienten zu diskutieren z.B. "will diese Gesellschaft teure Juristen bezahlen, die dann weniger gut bezahlte Aerzte mit fragwürdigen Statistiken und Geldrückforderungen dazu zwingen, Patienten aus Randgruppen aus ihrer Kartei zu streichen".

Gruss Reto
beigefügt die Kopie meines Briefes an R. Amstutz

07.03.04
Dr. med. Reto Nagel, Allg. Medizin FMH, Göttibachweg 4, 3600 Thun, Tel. 033/222 62 88

Herrn R. Amstutz, Fürsprecher/Rechtskonsulent, Santésuisse Bern, Könizstrasse 60,
Postfach 176, 3000 Bern 21

Sehr geehrter Herr Amstutz

... Ergänzend möchte ich hier noch anfügen, dass ich über eine psychosomatische Zusatzausbildung verfüge und einen hohe Anteil Patienten mit psychosozialen/psychosomatischen Problemen betreue.

... Es war mir in den letzten Wochen wegen enormer Arbeitsbelastung (Wochenarbeitszeiten 60 ­ 80 Stunden mit Nacht und Wochenendeinsätzen) nicht möglich, Herrn Daubitz zu kontaktieren und den Versand zu koordinieren.

Es wäre übrigens sehr interressant, Ihre Arbeitszeiten und Ihr Einkommen mit denjenigen eines durchschnittlichen Grundversorgers zu vergleichen und die Resultate unter Berücksichtigung üblicher Kriterien (Stress, Verantwortung, unternehmerisches Risiko, Ausbildung etc) in der Oeffentlichkeit zu diskutieren.

Es würde mich auch interessieren, ob Sie Sich der potentiell verheerenden patientenselektionierenden Wirkung Ihrer Arbeit bewusst sind. Oder erwarten Sie wirklich, dass wir Aerzte dies korrigieren können. Dann verweise ich Sie auf www.kranke-krankenkassen.ch und bitte Sie und Ihre Kollegen der santésuisse auch ãder grossen Verantwortung, die Sie für das Gesundheitswesen tragen" bewusst zu sein.

Mit freundlichen Grüssen

Reto Nagel

Kopie: Dr. med. C. Jeger, Olten

 

Sehr geehrter Herr Jeger,
ich habe heute Ihren Beitrag in der Aerztezeitung vom 4.2. gelesen und den Eintrag im Internet. Ich möchte Ihnen einfach mitteilen, dass mich diese unglaugliche Ungerechtigkeit Ihnen gegenüber sehr empört und Ihnen auf dem weiteren Weg alles Gute wünschen. Sie kämpfen für uns anderen Aerzte mit!
Mit freundlichem Gruss Christine Azar

Sehr geehrter Herr Kollege,
ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu Ihrer Protestaktion.É Daher haben Sie auf diese Weise für uns Grundversorger merh getan, als die FMH in den letzten 10 Jahren, welche ja mangels Zivilcourage statitisch auffällige Hausärzte einfach als die berühmten schwarzen Schafe abtut und übersieht, dass die meisten dieser Prozesse die ganz Kleinen betreffen, welche häufig nicht eine "durchschnittliche Praxisstruktur" haben, wie die eigentlichen Grossverdiener unter den Grundverosrgern, sondern eine auf irgend eine Weise besondere Patientengruppe, eben psychosomatische, alte oder eben HIV-Patienten ansprechen, welche zeitaufwändig und auch teuer sind. ÉÉ
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in der auf Sie zukommenden Prozesslawine. Ihnen müsste jetzt die FMH unter die Arme greifen, wenn sie wirklich etwas für uns Hausärzte tun will!

mit freundlichen, kollegialen Grüssen Ihr Ernst Lobsiger, Gümligen

 

Sehr geehrter Herr Kollege
ÉÉ
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Mut und ein gutes Stück Freude und Genugtuung im Beruf und Dasein für Ihre Patienten.
Ich hoffe, Sie werden den Kampf "David gegen Goliath", wie wir ihn aus der Bibelhistorie kennen, gewinnen.

mit freundlichen Grüssen Dr. med. Markus Schmon, Kesswil

 

Lieber Cyrill
erst durch den MT-Artikel habe ich erfahren, dass Du seit 3 Jahren von den KK verfolgt wirst.
ÉÉ
Ich danke Dir für Deine Unerschrockenheit und dafür, dass Du diese Situation publik gemacht hast, endlich wehrt sich jemand! Ich bin überzeugt, dass Du beim eidg. Versicherungsgericht Recht bekommst.
Eine Umarmung und viele Grüsse an Deine Familie
Dr. med. Erika Heredia, Spezialärztin Psychiatrie, Wil

Lieber Herr Jeger
Der Artikel wurde mir von einem Kollegen gegeben, da ich den Blick nicht konsumiere, er spricht mir aber aus dem Herzen.
Ich habe wegen dem Dauerkrieg mit der santé suisse É meine Praxis mit 60 an einen Nachfolger übergeben. É Kürzlich konnte ich bei einem kranken Kollegen aushelfen und habe in diese andere Praxisstruktur hineingesehen É Das hat mir nun hautnah bewiesen, dass einzelne Praxen derart unterschiedlich strukturiert sind, dass ein Vergleich kaum statistisch möglich ist. Das tut weh, nach all den Erfahrungen der letzen Jahre.
Ich wünsche Ihnen viel Mut und Durchhaltevermögen
Herzliche Grüsse Ihr H.B.Zangerl, St. Gallen
 

 

norm(ale) reime

normal reimt auf legal

legal auf formal
formal auf banal
banal auf pauschal
pauschal auf total
total auf brutal

normal reimt auf brutal

denn normal
trennt
beschuldigt
unterdrückt

einer kommt und
verbindet
verzeiht
befreit

einer
jesus
lebte nicht normal
und
ist doch die norm

aus: zu sprengen die rahmen
von: urs eigenmann

mit lieben Grüssen Catrine

 

 

 

Zwei Fälle

Fall 1

(Alkoholabhängig)
Arbeitsplatzprobleme, Probleme im Privatleben
Nach eingehenden, einfühlsamen Gesprächen mit Dr. Jeger, die halt zeitintensiv waren, unterzog
sich dieser Patient einer Entzugskur.
Für die Krankenkassen entstanden dadurch auch Kosten, die aber nach ca 1 Jahr abgeschlossen
waren. Dieser Patient ist nun seit 5 Jahren absolut trocken und hat den Weg im privaten Leben gefunden.
Resultate: Das Leben im Alltag verläuft wieder auf rechtem Weg, keine Folgekosten.

Fall 2

(Alkoholabhängig mit Diabetes)
Arbeitsplatzprobleme, Familienprobleme
Dieser Patient zeigte absolut keine Einsicht für eine tiefere, ev. psychologische Behandlung. Sein Hausarzt verschrieb ihm immer nur noch stärkere und recht teure Medikamente. Der Fall verlief sehr dramatisch für alle Beteiligten. Die Kosten für eine Zeit von 11 Monaten beliefen sich auf ca Fr. 380'000.-. Wohl musste dieser Arzt viel weniger berechnen, aber die Krankenkasse um so mehr bezahlen, da viele intensive Spital- und Kuraufenthalte in Rechnung gestellt werden mussten.
Resultate: Todesfall infolge schwerster Folgen, da verheiratet ist auch die Frau betroffen.

Anhand dieser zwei Beispiele möchte ich aufzeigen, dass oft nicht nur Kosten aufgelistet werden dürfen. Wenn ein Arzt sich eingehend mit dem Patienten unterhalten kann und sich nicht nach 10 Minuten schon wieder verabschiedet, ist das machnmal Gold wert und nicht ausser Betracht zu lassen. Ich wäre sehr glücklich, wenn es mehr solche Ärzte gäbe, denn das Vertrauen für ein gutes Gespräch entsteht oft erst nach einem längeren Gespräch, das allzuoft abgebrochen wird, weil die Abrechnungszeit drängt.
Wir gehören zu jener Gruppe, die Herr Dr. Jeger sehr dankbar sind für sein Engagement.

 

 

Sehr geehrter Herr Kollege Jeger,
ich bin froh, dass Sie die Energie haben, gegen die, wie es ausschaut, total ungerechtfertigten Forderungen zu kämpfen und ich wünsche Ihnen einen positiven Ausgang.

Ich selber wurde von den Kassen 5 x angeklagt und meine unerfreulichen Erlebnisse damit sind seit Jahren im Internet zu finden mit detaillierten Beschreibung der Umstände.

Insbesondere von Interesse ist die "haarsträubende" Beurteilung seitens der Richter in Bellinzona und genauso unglaublich diejenige vom Bundesrichter - ich kann nur eines sagen, wenn wir solchen Personen ausgeliefert sind, dann bestehen für uns keine Chancen !!!

Mein Fall 1993 habe ich bis vor das Bundesgericht durchgezogen mit dem Ergebnis: die Rechtsschutzversicherung Orion hat mich rausgeschmissen UND das Urteil war vernichtend gegen mich mit meiner Meinung nach unhaltbaren Begründungen UND anstatt Fr. 6'000.- zurück zu zahlen, kostete der Fall am Schluss um die Fr. 32'000.- (Fr. 20'000.- Anwaltkosten, Rückerstattung an die Krankenkassen mit Zinsen und weitere Gerichts- und Bundeskosten - einfach herrlich !!!)

Folgerung: es hat wenigstens eine spannende Internetseite gegeben, aber sonst nur Verlust !!

Meine Fälle: 1994 - 1995 - 1997 - 1999 habe ich ohne Hilfe von Anwälten vor dem Schiedsgericht selber gelöst und da hat man wenigstens meine Begründungen ein bisschen verstanden und die Fehlbeurteilung vom Bundesgericht eingesehen (?) und mir einen Rabatt von 30 % gewährt und die Sache war erledigt ! Diese Vorgehen würde ich auch den meisten Kollegen anraten.

Schlussfolgerung: mein höchstes Ziel ist und bleibt das Wohl des Patienten und nicht das Wohl der Krankenkasse (denen ist es noch wohl genug !!!) und da ich trotzdem nicht gratis arbeiten will (wegen ungerechten Rückforderungen seitens der Kassen) habe ich gezwungener Masse meinen Arbeitsstil ändern müssen -- anstatt das Meiste selber zu erledigen und mein Potential voll auszuschöpfen (Orthopädie mit über 5'000 Operationen) musste ich mich minimalisieren (z.B. Reduktion meiner Erreichbarkeit, denn Hausbesuche verteuern die Rechnungen und es gibt ja schliesslich einen Notfalldienst !) und immer mehr delegieren an die Kollegen der Gegend -- so resultieren einige Rechnungen mehr und die Kassen sind vollauf zufrieden -- man kann nur hoffen, es werde sich niemand fragen, welche Version mehr kosten mag ..... man könnte auch sagen, den Patienten vierteilen ?? und die Welt für die Kassen ist in Ordnung.

Detaillierte Beschreibung meiner Fälle sind zu finden unter: www.buru.ch <http://www.buru.ch> oder
Fall 1993 Bundesrichter: www.muggi.com/buru/inec30.htm <
http://www.muggi.com/buru/inec30.htm> Fälle 94-99 Mist Mista: www.muggi.com/buru/inec40.htm <http://www.muggi.com/buru/inec40.htm>

 

Liebe Grüsse Dr. D. Bühler, Lugano

 

 

Lieber Cyrill,
Ich glaube, jeder von uns, der Dich kennt, ist entsetzt über das Verhalten der Santé-Suisse. Deren Disziplinierungs-Instrument ist, wie figura zeigt, pervertiert. Ich hoffe, dass Dir und die Ärzteschaft sich selbst in konzertierten Aktionen 100% Solidarität erweist, im Interesse unserer PatientInnen. Dein Mut wird helfen, diese Form der nicht demokratisch geleiteten Rationierung von Leistungen - um dies geht es ja der Santé-Suisse mit ihrer Druckausübung - transparenter zu machen.

Ich wünsche Dir, und letztlich uns allen, viel Erfolg. Michel Romanens

 

 

Lieber Cyrill
Ich unterstütze deinen Widerstand; in einer Zeit, in der es für "schwierige PatientInnen", die ab dem sozialen Schweizer Karren fallen, immer schwieriger wird, engagierte Ärzte zu finden und die sich halt dann bei einzelnen von uns "anhäufen". Es wird immer schwieriger, eine den PatientInnen gerecht werdende Medizin zu betreiben, wenn dauernd auf die Kosten geschielt und unser Rating bedenkt werden muss. Zudem: wer sagt eigentlich, dass unser Gesundheitswesen zu teuer ist? Teuer vielleicht, ja; aber ich kenne keine politische Abstimmung darüber, wieviel wir für das Gesundheitswesen ausgeben wollen. Die unumstössliche Notwendigkeit der Rationierung wird von den Bürgerlichen herbeigeredet.

Mit herzlichen Grüssen Wolfgang Lauterburg, Bern

 

N.B. In der Beilage ein Brief meinerseits an die Santésuisse zu deiner privaten Verwendung; eventuell kannst du einige Argumente gebrauchen. Eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten.

Dr. med. Wolfgang Lauterburg
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH
Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (APPM)
Mayweg 4 3007 Bern Telefon 031 372 89 70 Fax 031 372 89 68

Santésuisse Bern zH von Herrn R. Amstutz, Fürsprecher
Könizstr. 60 Postfach 176 3000 Bern 21

15.5.2003

Sehr geehrter Herr Amstutz

Mit Brief vom 18. Dezember 2002 fordern Sie mich auf, Stellung zu nehmen zur Rechnungsstellerstatistik 2000 und 2001.

Ich will Ihnen keine Rechtfertigung meines von Santésuisse errechneten Index von 137 bieten. Jedoch möchte ich Ihnen einige Angaben zu meiner Praxis liefern, aus denen Sie sich vielleicht Erklärungen für den nach Ihren Angaben überdurchschnittlichen Index ableiten können.

Vorerst: Ihre Vergleiche berücksichtigen keinen qualitativen analytischen, sondern höchstens einen nivellierenden Aspekt der ärztlichen Arbeit, nach dem Motto: alle Allgemeinpraktiker behandeln ein gleichmässiges statistisches PatientInnenkollektiv. Zudem fehlt mir die Möglichkeit zur detaillierten Stellungnahme, da Sie ihre Berechnungsgrundlagen sehr rudimentär angeben.

PatientInnenkollektive von verschiedenen Praxen unterscheiden sich stark bezüglich zB Alter, Geschlecht, Morbidität und sozialer Zusammensetzung. Ich behandle zum Beispiel sehr viele Menschen mit psychosozialen Problemen, die grossenteils von Sozialdiensten oder Renten abhängig sind und an vielen und mannigfachen Krankheiten leiden: zB psychiatrische ãrandständige" PatientInnen, Drogenabhängige und andere Suchtkranke, Obdachlose, die erfahrungsgemäss mehr Aufwand und Betreuung v.a. auch in zeitlicher Hinsicht benötigen. Falls sich solche Personen gut betreut fühlen, werden sie, was eben passiert ist, meine Adresse weitergeben, was zu einem zahlenmässig überproportionalen Anteil solcher PatientInnen in meiner Praxis geführt hat (dies gilt auch für die weiteren unten erwähnten PatientInnengruppen). Ich habe den Fähigkeitsausweis für psychosomatische und psychosoziale Medizin (APPM) erworben durch jahrelange Weiterbildung seit 1988.

Ferner behandle ich viele PatientInnen mit zT chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats (an meinem früheren Praxisstandort, Gruppenpraxis Mühlematt, Mühlemattstr. 68, 3007 Bern, wurde diese Spezialisierung durch unsere Berechtigung der Rechnungsstellung für die angestellten PhysiotherapeutInnen akzeptiert, vgl. Anhang zum bisherigen Berner Krankenkassentarif).

Zudem bin ich Grundversorger auch in pädiatrischem und gynäkologischem Bereich für viele Familien. Ich weise selber nach meiner Einschätzung eher selten PatientInnen weiter zur Abklärung und Therapie zu Spezialisten und in Spitäler, sondern behandle sie selber. Die effektiven von mir verursachten Kosten sind deshalb gar nicht erfasst.

Noch einige Anmerkungen zum Sinn Ihrer Statistik und Ihrer Forderungen der Rechtfertigung:
PatientInnen lassen sich nicht nivellieren auf einen gesamtstädtischen Durchnitt (sofern Ihre Vergleiche überhaupt Stadt - Land unterscheiden). So wirkt sich im städtischen Bereich, anders als in ländlichen Regionen, das geographische Einzugsgebiet weniger auf das PatientInnenkollektiv einer Praxis aus als vielmehr die ãSpezialisierung" oder das ãAngebot", welches nicht nur durch die im Studium und Spitalausbildung erworbenen Fähigkeiten und Spezialisierungen, sondern stark auch durch die praktische Erfahrung und die Weiterbildung geprägt wird (ich bin seit 1984 mit anderthalb jahren Pause als Allgemeinpraktiker/Grundversorger tätig) und einen Sog auf gewisse PatientInnengruppen zur Folge haben. In diesem Sinn können AllgemeinpraktikerInnen, wie auch PsychiaterInnen, PädiaterInnen, GynäkologInnen vielleicht für die Statistik als Gruppe genommen werden, sind aber bezüglich Angebot und Leistungen absolut nicht homogen, sondern - statistisch - breit gestreut und demzufolge auch für finanzielle Beurteilungen wohl eine zu unscharf definierte Gruppe und ungeeignet für ihre ãnivelliernden" Beurteilungen (ich verweise hier auch auf das Urteil K 994 des EVG vom 23.4.99, das Ihnen sicher bekannt ist).

Wichtig für eine statistische Beurteilung sind einerseits die ãReferenzgruppen" und andererseits die ãWerte", die beurteilt werden. Die von Ihnen erstellte Statistik sagt überhaupt nichts aus über den Wert ãQualität" der geleisteten Arbeit in der Arztpraxis, was Ihnen wohl klar ist. (Satirisch: Wenn ich zB zusätzlich zu meinen PatientInnen noch zusätzlich 100 Patientinnen jährlich suche und in einer einmaligen, hundslausigen Konsultation behandle, würde sich meine Kostenstatistik massiv verbessern.) Nur aus statistischen Kostengründen werde ich aber die Qualität meiner Arbeit nicht herunterschrauben, meine PatientInnen nicht vermehrt weiterweisen, mein PatientInnenkollektiv nicht der Statisktik anpassen und auch meine komplizierten PatientInnen, welche eine aufwändige Therapie benötigen, nicht aus meiner Praxis verweisen.

Ich bitte um Stellungnahme Ihrerseits.

Mit freundlichen Grüssen

Kopie: Ärztegesellschaft des Kantons Bern

 

 

Lieber Cyrill

Mit Bild in der Medical Tribune, mit Bild im Tagesanzeiger. Nach sicher 20 Jahren eine überraschende Begegnung mit Dir, besonders da Du, jedenfalls auf dem Bild, noch genauso jung und tatkräftig wirkst, wie damals in Basel.
Hier einige Hinweise auf Artikel in diesem Zusammenhang

C. Lenggenhager in der SÄZ (2003, 84, Nr. 14, 635-640
H.P. Wieland 2003, 84 Nr. 22, 1170-1171
R. Marelli 2002, 83, Nr. 48, 2605-2606
P. Schindler 2002, 83, Nr. 48, 2609-2610
H. Kurt, P. Haemmerle 2002, 83, Nr. 48, 2611
C. D'Souza 2002, 83, Nr. 48, 2607-2608
R. Balmer 2003, 84 Nr. 6, 253-254


Dr.med. Hans-Rudolf Müller-Nienstedt
Unsere Homepage: www.therapie-bild-spiel.ch <
http://www.therapie-bild-spiel.ch>

 

lieber kollege
der tagi artikel hat mich berührt, vorallem die kaum abwendbare willkür
und ungerechtigkeit der krankenkassen. ich fühl mich solidarisch und
befürwortete es, wenn die nationale fmh einen juristischen kampf (auch
finanziell) unterstützte.

gruss schönbucher, luzern

 

sehr geehrter herr kollege

ich danke ihnen für den mut, sich zu wehren. ich selber arbeite ähnlich und verrechne einen teil der leistungen nicht, damit ich die magische 120 oder 130% marke nicht überschreite. aber langfristig geht das nicht auf. herzliche grüsse und ich denke, sie werden in ihrer auseinandersetzung recht bekommen.

reto rechsteiner

 

Lieber Kollege Cyrill Jeger

Mit Entrüstung haben wir der Presse (Medical Journal, WoZ) entnommen, dass die Krankenkassen eine Rückzahlungsforderung von gegen 300'000.- an Dich richten.

Wir möchten Dir unsere Solidarität aussprechen sowie unsere Bereitschaft, in dieser immer zentraler werdenden Frage als Verein aktiv zu werden. Wenn die politischen Dinge den vom bürgerlichen Lager vorgezeichneten Weg nehmen, werden die Krankenkassen immer mehr Macht bekommen und nicht zögern, diese in Sinne von Rentabilität und Rationierung einzusetzen. AerztInnen wie Du, die es nicht scheuen, auch sozial Benachteiligten eine anständige medizinische Versorgung zu bieten, werden immer mehr unter die Räder kommen.

Mit herzlichen solidarischen Grüssen

namens der

Vereinigung unabhängiger AerztInnen (VUA¨)

Christian Jordi

 

Sehr geehrter Herr Jeger
Als erstes möchte ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Offenheit und den Gang an die Oeffentlichkeit danken. Mit Fassungslosigkeit habe ich den Artikel gelesen, der mich in meiner Meinung über die Santésuisse bestätigt hat.

Ich möchte mich kurz vorstellen:

Dr.med. J. Fröhlich

Ich befinde mich in einer nahezu identischen Lage wie Sie. Auch meine statistischen Daten zeigen ein unterdurchschnittliches persönliches Einkommen bei zu hohen Kosten für rezeptierte Medikamente. Die Santésuisse hat sich nun für Mitte Januar zu einem ãvorerst" informativen Gespräch angemeldet. Juristische Schritte wolle Sie erst anhand meines Verhaltens anlässlich des Gespräches prüfen!!!

Ich werde also bewusst kriminalisiert und zum Ganoven gestempelt und zwischen mich und den Patienten wird ein Keil des Misstrauens getrieben.

Ich finde ein solches Verhalten, das Rückforderungen für rezeptierte und somit nicht selber kassierte Medikamente erhebt, gelinde gesagt ein Skandal. Der Monopolist im Gesundheitsbereich (Kontrahierung, Vergabe der Abrechnungsnummer, Taxpunktbestimmung, etc.) ist also offenbar in der Lage jeden x-beliebigen Grundversorger zu vernichten ohne darüber gegenüber einem Kontrollgremium Rechenschaft ablegen zu müssen. Eine solche Machtfülle darf es in einem föderalen Staat wie die Schweiz einer ist, einfach nicht geben. Ich kenne leider die rechtliche Lage nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass es ein solches Verhalten der Santésuisse auch nur annähernd der Legalität entspricht.

Ich möchte mich deshalb vor dem Gang aufs ãSantésuisse-Schafott" bei betroffenen Aerzten informieren. Meine Frage ist auch die, ob nicht ein gesamtschweizerisches hearing zu diesem Thema Not tut. Ohne aktive Gegenwehr unsererseits werden wir einzeln von den Krankenkassen erlegt und seziert. Diskussionen mit Patienten haben mich in einem solchen Verhalten bestärkt.

Ich wäre bereit aktiv an einem entsprechenden Projekt mitzuarbeiten.

Herzlichen Dank für Ihr Engagement Bleiben Sie standhaft J. Fröhlich

Cyrill
Ich gratuliere Dir zu Deinem Engagement in Sachen Santesuisse!!
Liebi Griess Andi Nidecker